Gibt es Unternehmen, die ihre Führungskräfte „dumm sterben“ lassen?

Natürlich, dieser Titel klingt provozierend. Doch wenn man mit dem ein oder anderen Geschäftsführer aus der Industrie und im Dienstleistungsgewerbe spricht, hört man häufiger das Themen für Führungskräfteentwicklung für sie nicht interessant sind. Noch bemerkenswerter ist, wenn man mit einigen, nicht wenigen Geschäftsführern zusammensitzt und von ihnen dann hört, dass ihre Führungskräfte schon seit Jahren keine Aus- und Weiterbildung mehr bekommen haben. Spätestens jetzt wird dieser Eindruck bekräftigt. Manche Unternehmensleitungen sind sogar stolz darauf, dass ihre Führungskräfte ohne Aus- und Weiterbildung auskommen.

Wir wissen ja schon lange, dass weit über 50% der Führungskräfte, die man einsetzt, ohne Ausbildung ihr Amt antreten lässt. Das sind alarmierende Botschaften. Plötzlich kommt eine Pandemie und viele Betriebe sitzen jetzt, wie das Kaninchen vor der Schlange, zittern vor Angst, dass sie bald pleitegehen können. Erste KSV Insolvenzberichte zeigen in Österreich im April 2020 folgende Zahlen auf: 1.097 Firmen sind an Corona gestorben. Das deutsche Handelsblatt schreibt am 24.07.2020 in der Kategorie „Drohende Insolvenzwelle?“, dass man nach Prognosen des Kreditversicherers Euler Hermes bis Ende 2021 etwa 21.000 Pleiten erwartet. Ganz abgesehen von den sogenannten Zombieunternehmen, die man schon seit vielen Jahren finanziell von einem Geschäftsjahr in das nächste schleift, die eigentlich wegen Erfolgslosigkeit aufgelöst gehören.

Es gibt auch Unternehmen, die trotz der Pandemie und der daraus entstehenden Schwierigkeiten diese Phase trotz Bedrohung überstehen. Hier sind unter anderem Führungskräfte am Werk, die das strategische Denken und Handeln beherrschen und neue Wege aus den Unwägbarkeiten aus dieser Krise finden. Das betrifft hier leider nicht die Masse der Führungskräfte. Manager die eine laufende Aus- und Weiterbildung genießen verfügen über einen anderen Horizont auf die Wirklichkeit als Führungskräfte, die ohne Weiterentwicklung im Versuch und Irrtum herumlaborieren.

Natürlich brauchen wir neue Formen der Aus- und Weiterbildung für Führungskräfte. Klassische Seminare und Lehrgänge erfüllen diesen Anspruch nur teilweise. Das Beweisen nach Seminaren Umsetzungsquoten, die bei 10-20 % liegen. Das heißt im Klartext, schickt eine Firma 10 Führungskräfte zu einem Seminar, dann setzen nur 1-2 das Gelernte in der Praxis um. Die anderen 8-9 Führungskräfte machen so weiter wie vorher. Hier wird natürlich eine Menge Geld, ohne entsprechende Wirkung auf den Unternehmenserfolg ausgegeben.

Gefragt sind in Zukunft Umsetzungsquoten von 90-100 %. Dazu bedarf es eine neue Form des Lernens für professional Leader. Diese Form gibt es bereits und heißt „Leadership 5.0“. Das heißt 80 % des Lernprozesses findet am Arbeitsplatz der Manager statt und nur 20 % in Präsenzseminaren. Das erforderte eine konsequente Geschäftsführung, der es am Herzen liegt, dass ihre Führungskräfte bestimmte Führungskompetenzen in der Unternehmenspraxis beherrschen, um auch in diesen unsicheren Zeiten erfolgreich führen zu können.

Mit anderen Worten wir müssen anfangen außerhalb der Dimension eines klassischen Seminarraums zu denken. Gefragt ist Learning by doing. Hier greifen neurobiologische Formen des Lernens ineinander. Hier wird die Frage beantwortet, wann der Mensch lernt und diese Erkenntnis erhöht die Umsetzungsquoten enorm. Bereits in den 90er Jahren wurde das Thema lernende Organisationen besonders hervorgehoben. Das Unternehmen der Zukunft ist eine lernende Organisation und kann damit schwierige wirtschaftliche Herausforderungen besonders geschickt bewältigen. Dieses Lernen bezeichnen wir als Leadership 5.0 und fängt damit bei den Führungskräften an.

Wir haben bereits im Jahre 2006 bewiesen, das diese Formen modernen Lernens überall dort greifen wo die Anwendung von Softskills eine besondere Rolle für den Unternehmenserfolg spielen. Das heißt, dass auch MitarbeiterInnen und Mitarbeiter in diese Form des neurobiologischen Lernens einbezogen werden können.

Bei näherem Interesse melden Sie sich bitte an unsere Bildungsberaterin Claudia Freund.

claudia.freund@cit.at

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